Rape Culture: Zur Not eben den Anderen aufs Maul

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Michèle Binswanger schrieb heute am 23.04. im Tagi-Blog-Magazin einen polemischen Artikel über die sog. Rape Culture. Begrüssenswert das, aber nicht, wenn sie Rape Culture in der Schweiz zu einem Migrantenproblem macht. Und genau das tut sie. Mein Kommentar unter den Blog dazu:

„Liebe Frau Binswanger

Sie haben einen gewaltigen blinden Flecken wenn sie “patriarchale Strukturen” und sexuelle Übergriffe in erster Linie Migranten oder Secondos zuschreiben, und fragen, wie wir “unsere Mädchen” verteidigen sollen.

Ist die Schweizer Gesellschaft nicht auch weitgehend männlich dominiert, wie an den meisten anderen Orten der Welt auch? Sind Mädchen, die nicht “unsere” sind, nicht ebenso verteidigenswert? Und: Sollten wir alle nicht langsam darüber nachdenken, was wir tun können, um “unseren” Söhnen beizubringen, anderer Menschen Grenzen zu respektieren?“

Ich wünsche mir, dass eine der einflussreichsten feministischen Journalistinnen in der Schweiz ihren im Blogpost geäusserten Standpunkt kritisch reflektiert und einer notwendige Debatte über Rape Culture nicht schadet, indem sie sie aufs Abstellgleis des Migranten-Blamings führt. Dieses ist schädlich in zweierlei Hinsicht: Einmal werden Schweizer Männer damit aus der Verantwortung genommen, und im Umkehrschluss andere, Nicht-(Genug)-Schweizer pauschal beschuldigt. Das ist – mit Verlaub – hart an der Grenze zum R-Wort.

Zudem – auch wenn sie anderes behauptet – wird der Fokus der Debatte durch ihren Post doch wieder auf den Verantwortungsanteil von Frauen an solch traumatischen Geschehnissen gelenkt, statt auf das zu fokussieren, was Vergewaltigungen möglich macht: Vergewaltiger.

Zum kritisierten Blogpost

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